Fast alle heute gebräuchlichen Dachformen spiegeln klassische Architekturmuster wieder. Diese Formen entstanden meist weniger aus optischen Gründen, sondern vielmehr aufgrund unterschiedlicher Witterungsbedingungen und dem  jeweils regional verfügbaren Baustoff. Eine schwach ausgeprägte Logistik, besonders beim gewichtsintensiven Dachbaustoff, führte in der Vergangenheit zu regionalspezifischen Dachkonstruktionen und -formen. Als Beispiele  können hier die bekannten Schilfbedachungen im Norden oder das Holzdach in den bewaldeten südlichen Regionen dienen. Dächer aus einzelnen Dachpfannen gab es bereits in der Antike. Sie setzten jedoch umfangreiche  Tonvorkommen in der jeweiligen Umgebung vorraus – was auch die Farbe beeinflusste – und natürlich die zum Brennen nötigen Holz- oder Kohlevorkommen.

Die spezifische Ziegelkonstruktion, damals meist ungefalzte Modelle, ließ nur eine relativ steile Dachneigung zu, um Schlagregen und Schnee unter dem Dach fernzuhalten. Heutige Modelle mit ihren optimierten Falzkonstruktionen bieten die gewünschte Sicherheit auch bei geringsten Neigungswinkeln, was wiederum Baumaterial einspart und das Raumangebot vergrößert. Heute, im Zeitalter der Normen und Bauvorschriften, hat der Bauherr die Qual der Wahl: Er kann ohne Risiko jede beliebige Dachform auswählen um eine bestimmte optische Wirkung zu erzielen. Einzig die Beschränkungen hinsichtlich der im Bebauungsplan festgesetzten Giebelformen oder Dachneigungen im Interesse  eines einheitlichen Siedlungserscheinungsbildes setzen eine gestalterische Grenze. Ansonsten gilt:

„Wie es Euch gefällt…“

 
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