Die neue Energiersparverordnung (EnEV) wird im Vergleich zur Wärmeschutzverordnung (WSVO) von 1995 eine Verschärfung der Anforderungen von ca. 30 % zum Inhalt haben. Konnten bereits diese Anforderungen kaum ohne zusätzliche Wärmedämmung erfüllt werden, so gilt dieses mit der neuen Verordnung in verstärktem Maße. Für Bauherren und Ausführende stellt diese Forderung gerade bei Dächern eine besondere Herausforderung dar. Die effizienteste Methode, einen möglichst guten Effekt zur erreichen, ist die sogenannte Auf- oder Übersparrendämmung.

Obenauf:

Bei der Aufsparrendämmung bildet die Dämmschicht eine durchgehende Ebene direkt unter der Dachhaut. Es gibt unterschiedliche Systeme aus Hartschaum-Platten und -Formelementen sowie solche aus Mineralwolle. Bei Systemen aus Mineralwolle werden auf den verschalten Dachflächen in regelmäßigen Abständen druckfeste Mineralwollstreifen aufgenagelt. Hauptvorteil ist, daß keine Wärmebrücken durch die Sparren entstehen. Ganz generell lassen sich Aufsparrendämmungen in statisch nichttragende und statisch tragende Elemente unterscheiden.

Nicht tragende Elemente müssen auf einer festen Unterlage, einer sogenannten Tragschalung, verlegt werden. Von tragenden Elementen spricht man bei frei über die Sparren gespannten Platten. Bei Neubauten, oder wenn ohnehin eine neue Dacheindeckung ansteht, ist die Aufsparrendämmung die beste Lösung. Beim nachträglichen Ausbau aber wird man sich trotz der Vorteile aufgrund des konstruktiven Aufwands nur selten für diese Bauweise entscheiden. Muß allerdings die Dachhaut erneuert werden gibt es keinen Grund, diese effiziente Technik nicht zu verwenden.

Mittendrin:

Weiteste Verbreitung im Wohnungsbau findet die Zwischensparrendämmung mit belüfteten und unbelüfteten Varianten. Durch die steigenden Anforderungen der Wärmeschutzverordnung ist es in der Vergangenheit oft erforderlich gewesen, die komplette Sparrenhöhe auszunutzen.

Bei diesen Konstruktionen kommt dem richtigen Einbau der Dampfsperre eine besondere Bedeutung zu. Werden hier Fehler gemacht, drohen durch Feuchtigkeit verursachte Schäden am Tragwerk und eine Abminderung der Funktionsfähigkeit der Dämmung.

Unten drunter: Weniger verbreitet sind sogenannte Untersparrendämmungen. Bei diesem Verfahren geht durch die innenseitige Anbringung der Dämmung Wohnraum verloren. Wie auch bei der Zwischensparrendämmung, ist die Dimensionierung und der Einbau der Dampfsperre eine delikate Angelegenheit. Sollte man sich aus baulichen Gründen für diese Variante entscheiden, ist eine belüftete Konstruktion unbedingt zu empfehlen.

Fazit:

Aufgrund der vielen Kombinationsmöglichkeiten und der leider zu befürchtenden Schäden aufgrund von Anwendungsfehlern sollten Sie die Dämmung erst nach dem Gespräch mit einem Fachmann auswählen. Sprechen Sie also zunächst mit Ihrem Dachdecker – er hilft Ihnen kompetent weiter.

 
Sie sind hier: Informationen | Dachfibel | Energie sparen